Classic Bavaria pattern (Q3578)
| Also known as | Klassisches Bayerisches Bild |
|---|---|
| type of | Bavarian pattern |
| Figure type (attested) | single-figure double-ended |
| Suit system | German-suited |
| IPCS pattern sheet number | 54 |
| ✎ Edit data (Q3578) | |
Deutsch-farbiges Standardbild (einfigurig); bei Sylvia Mann (1990) als „Classic Bavaria pattern“ geführt.'This text is only available in German.
How do you recognise it?
Hauslers Anhang hat für den Münchner Typ keinen eigenen Steckbrief. Sein Steckbrief „Das Bayerische Bild (um 1810)“ (S. 210) beschreibt die Linie, aus der dieser Typ hervorgegangen ist; er steht beim Bayerischen Bild, und was beide Typen teilen, ist dort nachzulesen und hier nicht wiederholt. Diese Aufstellung nennt allein das, woran sich der Münchner Typ vom zweiten heute gebräuchlichen Typ unterscheidet, dem Bayerischen Bild aus Stralsund — Hausler stellt die beiden im laufenden Text Karte für Karte gegenüber (S. 83–88) und nennt Eichel-Unter und Gras-Ober dort ausdrücklich die „Schlüsselkarten“ dieser Unterscheidung. Die Einstufung als Primär- oder Sekundärmerkmal ist jeweils die, die dieselbe Karte in Hauslers Steckbriefen S. 210 und S. 211 trägt.
Primärmerkmale
Die Karten und Attribute, an denen sich das Kartenbild bestimmen lässt.
- Eichel-Unter barhäuptig, ohne Kopfbedeckung; im Stralsunder Typ trägt er ein Barett.
- Gras-Ober mit Zweispitz und Uniformjacke; im Stralsunder Typ mit einem Fantasiehut mit riesiger Feder, einer schlitzärmeligen Bluse und der Trommel über dem rechten Knie.
- Eichel-Ober mit ovalem Schild; im Stralsunder Typ mit spitzem Schild.
- Ober und Unter in Kniebundhosen und schlichten, wenig verzierten Uniformjacken — die Herkunft vom Altbayerischen Bild bleibt sichtbar; der Stralsunder Typ steckt sie in mittelalterliche Fantasiekleidung mit Pumphosen, Spitzenkragen und Schlitzärmeln.
- Eichel-Daus: Bacchus sitzt auf dem Weinfass und schwingt einen Weinkrug, umgeben von Weinranken, wie im Späten Altbayerischen Bild; im Stralsunder Typ sind daraus Bierkrug und Hopfenstauden geworden.
- Herz-Daus: Cupido in der Kartusche ohne Schmetterlingsflügel — die hat ihm erst der Stralsunder Typ angesetzt.
Sekundärmerkmale
Begleitende Angaben. Für sich allein bestimmen sie das Bild nicht — sie stützen eine Bestimmung ab und datieren sie.
- 36 Blatt.
- Auf den Zahlenkarten kleine Szenen aus dem Landleben, die zeitlich und kulturell zu den Bildkarten passen; die Männer darauf tragen durchweg die Kniebundhose, nie die kurze Lederhose.
- Herz-8 mit einer Stadtansicht von München; im Stralsunder Typ steht dort das Münchner Kindl ohne Kapuze.
Nach Hausler: Trommler und Pfeifer (2010) (Q1301), S. 83–88, 210–211, in eigener Zusammenfassung. Die Zweiteilung in Primär- und Sekundärmerkmale ist die des Autors, keine Formatierung von uns.
History and delimitation
Der Name geht auf Hausler zurück: Das neue Bayerische Bild kam von Münchner Kartenmachern — Franz Xaver Schmid aus der Vorstadt Haidhausen begann seine Produktion damit —, und Hausler braucht den Zusatz „Münchner Typ“, um diese Linie von der später entstandenen zweiten Variante zu unterscheiden.
Um 1860/1870 liegt eine Zäsur: Der Steindruck erlaubt feinere, naturgetreuere Zeichnungen, und der Herz-Ober verliert seinen Trachtenhut zugunsten eines dreispitzähnlichen Hutes mit großem Federbusch. Am Schema ändert sich sonst nichts, weder bei den Bildkarten noch bei den Zeichnungen auf den Zahlenkarten. Drei Hersteller sind mit solchen modernisierten Spielen belegt — Joseph Frey und Dietrich und Korn in München, C. L. Wüst in Frankfurt am Main —, alle drei mit dem von 1854 bis 1874 verwendeten königlich bayerischen Kartenstempel „Oberbayern“ zu 4 Kreuzer auf dem Herz-Achter. Wüsts Zeichnung setzt sich durch; Hausler billigt ihm die Vaterschaft unter Vorbehalt zu. F. X. Schmid in München kopiert sie strichgenau, sodass die beiden Fassungen kaum auseinanderzuhalten sind.
Ab etwa 1900 zieht Schmid die Münchner Mitbewerber in seiner Firma zusammen, und die eigenen Zeichnungen der kleineren Hersteller verschwinden vom Markt. 1927 geht Wüst in den Vereinigten Stralsunder Spielkarten-Fabriken auf; sein Bild läuft dort bis zum Zweiten Weltkrieg als „Wüst’s Sternkarte“ weiter. Nach 1945 bleibt allein Schmids Kopie übrig, als Einfachbild bis Mitte der 1950er Jahre; daraus geht das heutige Doppelbild hervor. Im Doppelbild sind die Zahlenkarten reine Zahlenblätter ohne Illustration, und den Bildkarten fehlt das Bodenstück. Nach 1990 erwarb F. X. Schmid die Altenburger Spielkartenfabrik; seither wird dieses Bild dort produziert, und Altenburg stellt ausschließlich den Münchner Typ her — auf einer Karte jedes Spiels steht „Die echten Bayerischen“.
Abgrenzung: Der zweite heute gebräuchliche Typ ist das Bayerische Bild aus Stralsund. Es ist keine Weiterentwicklung, sondern eine Neuzeichnung des Historismus — 1879 von Leopold Schehl in Frankfurt am Main in Auftrag gegeben, über die Firma Lennhoff & Heuser 1882 an die Stralsunder AG gelangt. Hausler hält als Kuriosität fest, dass damit beide heute gebräuchlichen Typen des Bayerischen Bildes von Frankfurter Kartenmachern geprägt sind. Der weit verbreitete Werbekarten-Typ aus Turnhout ist eine Variante des Stralsunder Typs, nicht dieses Bildes.
Nach Hausler: Trommler und Pfeifer (2010) (Q1301), S. 80–87, 111–112, in eigener Zusammenfassung.
Concordance
Where this pattern can be found in the literature and under what number it is listed there — from the IPCS pattern sheet number, from “described by source” (P78), and from the references of the data above. This list is not a bibliography: it shows only works from which we have already taken something.
| Work | listed there as / reference |
|---|---|
| IPCS Pattern Sheets (Q12900) | 54 |
| Alle Karten auf den Tisch (1990) (Q3039) | no page given |
| Hausler: Trommler und Pfeifer (2010) (Q1301) | S. 84, 85, 210, 201, 210 |
Packs with this pattern
| Name | Image | Suit system | Type/pattern | Date | Stamp |
|---|---|---|---|---|---|
| Classic Bavaria pattern (F. X. Schmid, Munich, 1956) (Q3740) | German-suited | Classic Bavaria pattern | 1956 |