Old-Bavarian pattern (Poland) (Q1359)

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Old-Bavarian pattern (Poland)
member of pattern familyBavarian pattern family
derived fromLate Old-Bavarian pattern
Suit systemGerman-suited
Date of origin1790 (circa)
✎ Edit data (Q1359)

In Warschauer Werkstätten um 1800 unverändert gedrucktes Spätes Altbayerisches Bild; als polnisch erkennbar nur an den Herstellerangaben auf Gras-8.'This text is only available in German.

How do you recognise it?

Hausler beschreibt die Warschauer Karten als das Späte Altbayerische Bild, von dem sie „mit keiner Karte“ abweichen (S. 176). Die Aufstellung ist deshalb die des Späten Altbayerischen Bildes (Steckbrief S. 210); an den drei Stellen, an denen Hauslers gemeinsamer Steckbrief für Polen und Russland (S. 213) das russische Aussehen nennt — Säbel des Schellen-Unter, Schellen-Daus und Gras-Daus —, steht hier die altbayerische Lesart. Woran sich eine polnische Herkunft erkennen lässt, steht unten unter „Geschichte und Abgrenzung“.

Primärmerkmale

Die Karten und Attribute, an denen sich das Kartenbild bestimmen lässt.

  • Ober und Unter paarweise gleich bewaffnet: Eichel mit Degen und Parierdolch, Herz mit Stangen, Schellen mit Schwertern.
  • Gras-Ober mit Zweispitz und Trommel, Gras-Unter mit Zweispitz und Querflöte.
  • Könige auf barocken Thronen mit Lehne und Thronschild, in den Thronschilden Fantasietiere.
  • Zwei Könige tragen einen Turban (Eichel, Gras), zwei eine Krone (Herz, Schellen).
  • Dausen bebildert: Herz-Daus eine Kartusche mit Cupido, Eichel-Daus Bacchus auf dem Weinfass, Schellen-Daus eine Sau mit Hund, Gras-Daus eine Tierpyramide mit Hirsch und Einhorn, oft mit Adler.


Sekundärmerkmale

Begleitende Angaben. Für sich allein bestimmen sie das Bild nicht — sie stützen eine Bestimmung ab und datieren sie.

  • 36 Blatt.
  • Zahlenkarten regelmäßig einfach illustriert.



Nach Hausler: Trommler und Pfeifer (2010) (Q1301), S. 176, 210, 213, in eigener Zusammenfassung. Die Zweiteilung in Primär- und Sekundärmerkmale ist die des Autors, keine Formatierung von uns.

History and delimitation

Um 1800 druckten mehrere Warschauer Kartenmacher das Späte Altbayerische Bild unverändert nach. Erhalten ist ein vollständiges Spiel von Gotti & Baumann (um 1810); Trommler und Pfeifer aus der Fabrik Du Port, die von 1780 bis 1820 bestand, belegen einen zweiten Warschauer Hersteller. Hausler führt die Vorliebe für das altbayerische Muster auf den starken Export des Münchner Kartenmachers Andreas Benedict Göbl nach Polen zurück.

An den Karten selbst verrät nichts die polnische Herkunft — sie ist nur an den Herstellerangaben abzulesen: Gras-8 nennt den Firmennamen, Gras-7 den Herstellungsort (bei Gotti & Baumann „Fabrique a Varssaw“, was auf das 1807 gegründete Herzogtum Warschau deutet). Der Herz-König trägt noch das runde Siegelfeld der bayerischen Vorlage; für den Verkauf im Königreich Polen wurde es mit dem polnischen Hoheitszeichen gefüllt, der polnische Steuerstempel sitzt auf der Schellen-Daus.

Abgrenzung: Ab 1840 kamen deutsche Karten für Polen nur noch aus der Staatsmanufaktur in Sankt Petersburg und bekamen dort ein eigenes Aussehen. Diese jüngere Fassung wird hier als eigenes Kartenbild geführt (Altbayerisches Bild in Russland).

Nach Hausler: Trommler und Pfeifer (2010) (Q1301), S. 176–178, 213, in eigener Zusammenfassung.


Concordance

Where this pattern can be found in the literature and under what number it is listed there — from the IPCS pattern sheet number, from “described by source” (P78), and from the references of the data above. This list is not a bibliography: it shows only works from which we have already taken something.

Work listed there as / reference
Hausler: Trommler und Pfeifer (2010) (Q1301) S. 176, 210, 213, 176–178, 200–201, 213


Packs with this pattern

No packs with this pattern.



Patterns derived from this

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